Der Gewalt gegen Lehrer begegnen

Wo Menschen zusammenkommen, kann es Konflikte geben. Diese sind auch an Schulen keine Seltenheit. Allerdings nimmt die Gewalt und die Bereitschaft, Gewalt auszuüben, an den Schulen zu. Dies geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor, die vom Verband Bildung und Erziehung e.V. in Auftrag gegeben und im November 2016 vorgestellt wurde.

Demnach werden Lehrerinnen und Lehrer deutlich öfter als früher Opfer von körperlicher oder psychischer Gewalt. Längst ist es kein Einzelfall mehr, eine Lehrkraft zu beleidigen, zu bedrohen oder sie im Internet bloßzustellen.

Lehrerinnen und Lehrer werden immer häufiger zur Zielscheibe von Mobbing bzw. Cybermobbing. Viele Pädagoginnen und Pädagogen werden diffamiert – das ist kein Randphänomen mehr, sondern trauriger Alltag an vielen Schulen. 

Umso mehr verwundert es, dass die wenigsten Lehrkräfte über das Thema sprechen wollen. Zu sehr haben sie offenbar Angst, ihren guten Ruf zu verlieren, eine negative Beurteilung zu erhalten oder vor ihrer Schulleitung als Versager dazustehen.

Gemeinsam Präventions- und Interventionsmöglichkeiten schaffen

Viele Schulleitungen können ihre Kolleginnen und Kollegen deshalb auch kaum unterstützen, da sie schlichtweg ahnungslos sind. Zugleich beklagt mehr als die Hälfte der von Gewalt betroffenen Lehrkräfte die fehlende Unterstützung durch ihre Vorgesetzten – scheinbar ein Teufelskreis.

Genau dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Besser man reagiert, bevor es zu spät ist und die Situation für die Lehrkraft unerträglich wird. Noch besser, man schafft Präventions- und Interventionsstrukturen, agiert im Team und holt sich so früh wie möglich Unterstützung, anstatt  Einzelkämpfer zu bleiben.

Ziel und Inhalt der Lehrerfortbildung

Diese Fortbildung will Mauern einreißen. Die Lehrerinnen und Lehrer Ihrer Schule sollen offen über das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ diskutieren und zu einem Konsens finden, wie man in Zukunft möglichst unkompliziert und direkt handelt, um gewalttätigen Angriffen vorzubeugen.

Begriffsbestimmung 

  • Definition 
  • Gewaltformen und Gewaltausmaß
  • Physische oder psychische Gewalt
  • Klärung von beteiligten Rollen
  • Täter-/Opfer-Konstellationen
  • (Schul-)rechtliche Aspekte

Interventionsmöglichkeiten 

  • Interventionsformen und -ziele
  • Reaktion und Aktion
  • Über die Rolle der Schulleitung
  • Interventionskompetenzen
  • Kommunikation und Gesprächsführung
  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Notfallordner und Notfallpläne 
  • Aufbau eines unterstützenden Netzwerks
  • Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern

Entwicklung eines nachhaltigen Präventionsprogramms

  • Werteortientierte Führung
  • “Zusammen an einem Strang ziehen” Teamwork im Kollegium und mit der Schulleitung 
  • Classroom Management, Führungskompetenz für Klassenzimmer 
  • Systematisches Denken und Kommunikation im Kollegium 
  • Haltung zeigen, Grenzen aufzeigen 
  • Aufbau von Erziehungspartnerschaften mit den Eltern und externen Partnern