Waren Sie als Lehrerin oder Lehrer schon einmal in der Situation, in der Sie sich entscheiden mussten und Ja gesagt haben, obwohl Ihr Herz eigentlich ganz deutlich Nein gerufen hat? Bestimmt.

Denn jede Lehrkraft gerät im Lauf ihrer Schuljahre immer wieder mal in einen derartigen Entscheidungskonflikt. In der neuen Tanz-AG mitmachen, eine weitere Klasse übernehmen, einen erkrankten Kollegen vertreten oder spontan mit auf die einwöchige Klassenfahrt gehen – jede dieser Entscheidungen sollte mit Bedacht abgewogen werden.

Lernen Sie, wie man Nein sagt

Die meisten Lehrkräfte wissen ziemlich schnell ganz genau, was sie wollen, handeln aber oft entgegen ihrer Intuition und entscheiden sich für das, was sie eigentlich nicht wollen.

Um solche irrationalen Entscheidungen in Zukunft zu vermeiden, sollten Sie sich daher zunächst immer Zeit mit der Entscheidung lassen. Sagen Sie weder sofort Ja noch sofort Nein, sondern bitten Sie sich Bedenkzeit aus, wenn Ihre Schulleitung eine Entscheidung von Ihnen erwartet. Nicht umsonst gibt es die Redensart, Entscheidungen zu überschlafen. Denken Sie also in Ruhe darüber nach. Schlafen Sie mindestens eine Nacht darüber.

Lassen Sie Ihre Schulleitung zudem nicht so einfach davonkommen. Fragen Sie nach, warum gerade Sie auserwählt wurden, um die Kohlen in dieser Angelegenheit aus dem Feuer zu holen. Manchmal stellt sich dann heraus, dass es gar keinen richtigen Grund gibt, weshalb die Schulleitung gerade Sie darauf anspricht. Manchmal werden Sie nur gefragt, weil Sie gerade da sind.

One in, one out?

Nutzen Sie zudem die Gelegenheit, herauszufinden, womit man Sie „belohnen“ wird, falls Sie eine Entscheidung im Sinne der Schulleitung treffen. Im Sinne einer ausgewogenen Life-Work-Balance sollten Sie Ihre Schulleitung immer fragen, woher Sie ihrer Meinung nach die Ressourcen für die neue Aufgabe oder Herausforderungen hernehmen sollen. Fällt dafür etwas anderes weg? Gibt es einen zeitlichen oder gar finanziellen Ausgleich? Manchmal reicht eine simple Verhandlungsrunde, um zu erkennen, ob man Ja oder Nein sagen muss.

Sobald Sie über alle Informationen verfügen, die Sie brauchen, um eine gute Entscheidung zu fällen, sollten Sie sich alle Folgen im Kopf ausmalen, die ein Ja oder ein Nein mit sich bringen werden. Machen Sie sich bewusst, dass keiner anderer als Sie selbst die Konsequenzen Ihrer Entscheidung ausbaden werden.

Seien Sie ehrlich zu sich und sagen Sie nur Ja, wenn Sie Ja sagen wollen und Nein, wenn Sie Nein sagen wollen. Sagen Sie Nein genauso auf eine höfliche und freundliche Art und Weise, wie Sie Ja sagen würden. Erklären Sie Ihrer Schulleitung die Gründe für Ihre Entscheidung. Je plausibler Sie das tun, umso besser wird Ihre Chefin oder Ihr Chef Ihr Nein auch nachvollziehen können.

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