Kommt Ihnen das auch so vor wie mir? Das Lieblingswort vieler Menschen scheint immer noch das Wörtchen „aber“ zu sein. Na gut, manche stellen aus Höflichkeit noch rasch ein „Ja“ davor, ehe sie es einem entgegenhalten, aber das macht die Sache auch nicht besser.

Gerade in meinen Seminaren höre ich häufig viele Sätze, die mit einem „aber“ beginnen.

„Aber das kann man doch so nicht machen!“

„Ja, aber das würden doch die Kunden nicht mitmachen.“

„Ich verstehe Sie ja, aber das kann man doch nicht einfach von der Liste streichen.“

„Ja, aber wir können doch diese Prozesse nicht einfach umschmeißen!“

Beruhigend zu sehen, dass es anderen Referentinnen bzw. Referenten nicht anders ergeht. Auch sie werden in ihren Veranstaltungen bzw. Fortbildungen, an denen ich teilnehme (schließlich muss man sich auch selbst fortbilden), mit Einwänden und Widersprüchen torpediert.

Sie haben doch keine Ahnung!

Denn nichts anderes drückt das Wörtchen aber aus als „Lieber Roland Diedenhofen, das geht nicht!“ bzw. „Sie haben doch keine Ahnung!“.

Wer „aber“ verwendet, zweifelt an dem, was im Raum steht, und scheint es zugleich besser zu wissen. Das mag durchaus zutreffen. Doch ob es auch wirklich besser ist, weiß man nicht. Das entzieht sich sowohl meiner als auch der Kenntnis des Widersachers bzw. der Widersacherin.

Daran ist unser Verstand schuld, welcher uns die Welt rational erklären will. Und so halten wir das, was wir kennen, oder auch schon das, was wir nur glauben zu kennen, besser als das, was wir noch nicht kennen – ein möglicher Denkfehler, der sich zusätzlich noch verstärkt, wenn wir davon ausgehen, dass das, was sich in der Vergangenheit als richtig erwiesen hat, für die Zukunft doch nicht falsch sein kann.

Innovation ist zerstörerisch 

Allerdings kann niemand, der an einem toten Punkt angelangt ist, einfach so weitermachen wie bisher. Oder damit rechnen, dass alles wieder so wird, wie es einmal war. Er braucht etwas Neues. Er braucht Innovation.

Doch jede Innovation beseitigt über kurz oder lang das Alte, das Erfolgreiche – also das, was sich vielleicht über Jahre oder gar Jahrzehnte bewährt hat. Das, was man schon immer so gemacht hat.

Wir vergessern gern: Jede Innovation war mal neu. Doch wer etwas Neues will oder auch nur etwas Kleines verändern will, muss auch damit anfangen. Vor diesem Anfang zögern wir. Weil wir nicht wissen, was geschehen wird, wenn wir etwas Neues ausprobieren. Weil wir nicht wissen, wie es geschehen wird. Und weil wir Angst haben, einen Fehler zu machen.

Wer etwas verändern will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe. Und leitet sie mit dem Wörtchen „aber“ ein. Bitte gehören Sie zur ersten Gruppe und suchen Sie Möglichkeiten, um etwas zu verändern. Und selbst, wenn der eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führen sollte, so wird Ihr Problem nicht mehr dasselbe sein wie zuvor.

Erst sagten alle: „Das geht nicht.“ Und dann kam einer, der wusste das nicht und hat´s gemacht.

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