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Warum wir in der Lehrerfortbildung umdenken müssen

Was in vielen Unternehmen und Betrieben schon längst gängige Praxis ist, kommt an Schulen vergleichsweise noch viel zu selten vor: professionelle Weiterentwicklung im Team. Vielfach wenden nämlich Lehrkräfte das Gelernte aus ihren Fortbildungen nicht wirklich an.

Sicher: Eine Schule ist kein Unternehmen, das wirtschaftlich rentabel sein muss. Und doch können Grund- wie Hauptschulen, Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien sehr wohl von mittelständischen Unternehmen und großen Betrieben lernen. Jedenfalls was die regelmäßige professionelle Fortbildung der Belegschaft angeht.

Gute Fortbildungen, geringe Effektivität

Denn hier scheinen Schulen immer noch einen gewissen Nachholbedarf zu haben und Lehrer Einzelkämpfer zu sein. Das sind jedenfalls die Schlüsse, zu denen eine repräsentative Befragung des Meinungsinstituts Forsa kommt, welche im Auftrag der Deutschen Telekom-Stiftung unter MINT-Lehrkräften durchgeführt wurde.

Zwar bilden sich die meisten Lehrer mittlerweile überdurchschnittlich oft und gut weiter, wenden das Gelernte allerdings kaum oder nur geringfügig in ihrem Schul- oder Unterrichtsalltag an. Der Grund für dieses Missverhältnis: Häufig finden die Fortbildungen nicht an der eigenen Schule statt und werden meist auch nur von wenigen Kolleginnen und Kollegen besucht.

Wir brauchen mehr Kooperation im Kollegium

Nun kann man den Ergebnissen der Befragung Glauben schenken oder nicht. Fest steht: Wir brauchen in unserem Bildungssystem definitiv (viel) mehr Fortbildungen, an denen das gesamte Kollegium teilnehmen kann. Gerade Themen wie Unterrichts- oder Schulentwicklung, Gewaltprävention, Lehren und Lernen mit digitalen Medien gehen alle und nicht nur einzelne Lehrer etwas an.

Nichts spricht dagegen, dass sich Lehrkräfte auch weiterhin individuell ganz nach ihren Interessen und Stärken weiterbilden. Doch wenn es um Themen geht, welche die ganze Schule oder einen Teil davon betreffen, sollte professionelle Weiterentwicklung im Team betrieben werden.

Keine individuelle Fortbildung vermag nämlich ein ganzes Kollegium in Aufbruchsstimmung zu versetzen. Diese kann sich nur in Teamfortbildungen einstellen, wenn man zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen den eigenen wie den gemeinsamen Horizont erweitert, über das Gelernte und seine mögliche Implementierung diskutiert, sich unterschiedliche Ansichten (z. B. auch die nicht ganz unwesentliche der eigenen Schulleitung) anhört, und – im besten Fall – die Ideen auch gemeinsam umsetzt.

Über den eigenen Tellerrand hinausschauen

Es ist in der Schule des 21. Jahrhunderts sicherlich nicht mehr sinnvoll, dass jede Lehrkraft ihr eigenes Fortbildungs-Süppchen kocht, während sie von ihren Schülerinnen und Schülern gleichzeitig erwartet, Teamgeist und Teamkompetenz zu entwickeln. Das ist schlicht unglaubwürdig. Deshalb sollten professionelle Lehrerfortbildungen im Team zu einem festen Bestandteil des Lehreralltags werden.
Natürlich werden mir jetzt einige Lehrerinnen und Lehrer entgegenhalten, dass dies schon längst an ihrer Schule praktiziert werde – nämlich am Pädagogischen Tag, der ein- oder sogar zweimal pro Schuljahr stattfindet. Sicherlich ist das ein Anfang

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