Die Forderung, Deutschland müsse mehr Geld in seine Bildung investieren, ist nachvollziehbar. Denn laut eines OECD-Berichts aus dem Jahr 2014 investiert Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern immer noch nur einen geringen Teil seines Volksvermögens (nämlich 5,1%) in die Bildung. Allerdings müsste sich nicht nur die Summe der Ausgaben verändern, sondern auch die Art, wie man im deutschen Bildungssystem generell mit dem Geld umgeht.

Daran erkennt man, dass eine Schule in erster Linie doch nichts anderes als eine Behörde ist und genauso kameralistisch wie eine Behörde wirtschaftet. Denn an jeder Schule gibt es Etats, über die die Schulleitung bzw. andere Verantwortliche verfügen können – vorausgesetzt sie setzen das Geld auch explizit für den Zweck ein, wofür es bestimmt ist.

Geld, das verfällt

Nach diesem Prinzip verfügt also fast jedes Fach an fast jeder Schule über einen größeren oder kleineren Geldtopf, aus dem es schöpfen kann, während die Schulleitung auf den großen Beträgen sitzt und diese z.B. für Renovierungen, Umbauten, Mobiliaranschaffungen oder für die digitale Ausstattung der Schule ausgeben kann.

So weit, so gut. Der einzige Haken an dieser Wirtschaftsweise: Wird das Geld nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt voll ausgeschöpft, bekommt man im nächsten Jahr weniger zugeteilt – eine Gefahr, die wirkt. Denn sie verleitet natürlich dazu, das Geld auch bis auf den letzten Cent auszugeben, egal wie sinnvoll die Anschaffungen schlussendlich sind.

So wirtschaftet heutzutage niemand mehr. Weder Unternehmen noch wir selbst. Oder verprassen Sie Ihr Geld am Ende des Monats, wenn Sie erkennen, dass noch etwas davon übrig ist? Sicher nicht. Stattdessen legen wir unser Geld zurück oder geben es nur dann aus, wenn die Gegenleistung, die wir dafür erhalten, aus unserer Sicht (wirklich) wichtig ist.

Ist unser Kühlschrank leer, gehen wir einkaufen

Denn das ist die Basis des wirtschaftlichen Handelns. Jemand hat ein Problem (leerer Kühlschrank) und jemand anders hat eine Lösung (z.B. Supermarkt). Das Problem der Schule besteht aber darin, dass sie das Geld ausgeben muss. Und so werden oftmals Dinge gekauft, die Probleme lösen, die die Schule gar nicht hatte.

Auch im Bildungssystem sollte der Kern des ökonomischen Denkens und Handelns in der Wertschöpfung liegen. Jede Schule sollte sich daran orientieren und versuchen, aus ihren ökonomischen Routinen auszubrechen. Dass das nicht so einfach ist, solange man von der kameralistischen Wirtschaftsweise nicht abrückt, liegt auf der Hand. Und dennoch gibt es Mittel und Wege, den „Schaden“ in Grenzen zu halten, wie die fünf nachfolgenden Prinzipien zeigen.

So sollten Schulen wirtschaften

Die Schulleitungen sollten sich bewusst machen, dass das Geld de facto nicht der Schule gehört, sondern der Gemeinschaft.

Sie sollten deswegen mit diesem Geld sehr verantwortungsvoll umgehen.

Die Schulen sollten das Geld nur dann ausgeben, wenn die Investition auch der Gemeinschaft zugute kommt.

Schulleitungen und Lehrkräfte sollten primär Investitionen tätigen, die für die Zukunft der Schule, jedoch vor allem für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler entscheidend sind.

Die Schule sollte Werte schaffen, die bleiben.