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Sind wir Helikopter-Eltern? Ein kleiner Test

Viele Eltern haben sich diese Frage sicher schon gestellt. Und vielleicht auch eine Antwort gefunden, vielleicht aber auch nicht. Helikopter-Eltern zu sein hat zweifelsfrei Vorteile. Aus pädagogischer Sicht scheinen jedoch die Nachteile zu überwiegen, da man dem eigenen Kind bzw. den eigenen Kindern viele Gelegenheiten nimmt, selbstständige Erfahrungen zu sammeln und eigenmächtige Entscheidungen zu treffen. 

Gerade in einer Welt, die sich zunehmend digitalisiert, sollten Kinder Raum und Zeit erhalten, wichtige Werte ihrer Welt auf eigene Faust zu erkunden. Das können sie aber nur, wenn sie sich ausprobieren können – mit Versuch und Irrtum, mit guten und schlechten Erfahrungen. Denn Kinder, die nur Gutes erleben, weil Eltern ihnen schlechte Erfahrungen vorsorglich ersparen, fehlt später im Leben eine wichtige Portion  Selbstkompetenz. 

Stellen Sie sich als Eltern deshalb der Frage „Sind wir Helikopter-Eltern?“ ganz bewusst. Und finden Sie eine Antwort darauf. Die folgenden zehn Punkte helfen Ihnen dabei. Denn je mehr von diesen zehn Punkten auf Sie zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie und Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin Helikopter-Eltern sind.

Woran erkennen wir, dass wir Helikopter-Eltern sind?

1. Sie nehmen Ihrem Kind so oft wie möglich das ab, was es schon längst selbst tun könnte.

2. Sie verwöhnen Ihr Kind, wo es nur geht und überschütten es möglichst mit einem Übermaß an seelischer und materieller Zuwendung.

3. Sie muten Ihrem Kind auf keinen Fall zu, Geduld oder Verzicht zu lernen. Wann immer es etwas haben will, geben Sie es ihm und noch mehr dazu.

4. Sie loben Ihr Kind für jedes selbstverständliche Verhalten. Dabei sind Sie sich der Tatsache bewusst, dass der Grad des Lobes nicht hoch genug sein kann.

5. Sie besprechen regelmäßig mit Ihrem Kind, was es leistungstechnisch von Ihnen erwarten kann. Dabei achten Sie selbstverständlich darauf, dass seine Ansprüche Ihren Fähigkeiten angemessen sind.

6. Sie allein bestimmen über das Freizeitverhalten Ihres Kindes und kennen den geringen Wert von Sport, Entspannung und Freizeit. Aus diesem Grund wählen Sie bevorzugt geistige Aktivitäten aus und takten Sie so, dass ein nahtloser Übergang zwischen ihnen stattfinden kann.

7. Sie kappen jeglichen Kontakt zu allen Spiel- und Klassenkameradinnen sowie -kameraden Ihres Kindes. Dies könnte die soziale Stellung Ihrer Familie nur gefährden.

8. Sie suchen bei schulischen Leistungsschwierigkeiten Ihres Kindes nie die Schuld bei sich selbst oder bei Ihrem Kind. Stattdessen geben Sie jedes Mal den Lehrkräften die Schuld daran.

9. Sie wissen ganz genau, was Kritik bei einem Kind ausrichten kann. Deshalb geben Sie ihm nie eine ehrliche Rückmeldung, auch wenn die Kritik noch so berechtigt wäre. Lieber suchen Sie andere Schuldige, denen Sie den Schwarzen Peter zuschieben können.

10. Im Falle eines eigenen Erfolges Ihres Kindes, wissen Sie ganz genau, dass das Ergebnis nur wegen Ihnen zustand gekommen ist. Ohne Ihre Anstrengungen und Fähigkeiten wäre dieses Resultat und der damit verbundene Erfolg sicher nicht möglich gewesen.

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„Kinder muss man nicht erziehen. Denn sie machen einem sowieso alles nach.“

Karl Valentin (1882-1948)