Ist er´s? Ja, er ist´s! Der Jahresendtrubel! Kaum zu glauben – dabei haben wir erst Ende Oktober. Und doch redet alle Welt schon jetzt von den letzten Wochen des Jahres, dem Endspurt. Kein Wunder, dass wir bei dem Gedanken, was wir bis Weihnachten alles noch erledigen müssen, beide Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Das ist ja der pure Wahnsinn!

Und doch können wir uns diesem Wahnsinn nur schwer entziehen. Schließlich sind wir nicht nur mit unserem Smartphone mittlerweile immer und überall auf Empfang. Sogar in den Momenten, in denen wir uns entspannen könnten, lechzen wir nach Reizen und Input. Die Folge: Wir empfinden vieles immer häufiger als Belastung.

Müssen wir irgendwo nur ein paar Minuten warten, macht uns das innerlich rasend. Einfach nur dastehen und geradeaus schauen? Geht gar nicht. Schließlich muss die Zeit sinnvoll genutzt werden. Sie glauben mir nicht? Dann schauen Sie sich doch mal genauer um: in der U-Bahn, an der roten Ampel oder beim Warten an der Kasse im Supermarkt. Freie Zeit verursacht vielen Menschen Stress.

Wen wundert´s, leben wir doch in einer Zeit, in der das Aktivsein, das Tun, bei weitem angesehener ist als das Nichtstun. Und so verharren wir tagein, tagaus lieber im Anspannungsmodus, machen uns viele unnötige Sorgen, denken über all unsere Probleme nach, brüten über unseren ellenlangen To-Do-Listen und rätseln, wie wir das alles um Himmels Willen bloß unter einen Hut bekommen sollen.

Zeit für die innere Einkehr

Dabei müssten wir unseren Gedanken nur einmal Einhalt gebieten. Denn nicht die Situation, in der wir uns befinden, macht uns kaputt, sondern die Gedanken über diese Situation. Und diese Gedanken müssen wir abstellen.

Schaffen Sie sich deshalb ein (tägliches) Ritual der inneren Einkehr. Planen Sie regelmäßig und konsequent Zeit für sich selbst ein! Gönnen Sie sich täglich fünf, zehn oder gar 20 Minuten, die Ihnen heilig sind.

Schalten Sie in dieser Zeitspanne Ihr Gehirn in den Leerlauf und Ihren Kopf bewusst aus, z. B. indem Sie sich einfach mal auf die faule Haut legen, auf Ihre Couch, in einen Sessel oder aufs Bett und einfach nur an die Decke schauen. Oder setzen Sie sich einmal am Tag mit einer Tasse Kaffee oder Tee auf Ihre Terrasse bzw. Ihren Balkon und lassen Sie Ihren Blick schweifen. Schauen Sie den Vögeln zu oder beobachten Sie den Straßenverkehr – von mir aus auch einfach nur aus dem Fenster – ganz wie Sie wollen. Hauptsache, Sie suchen sich einen ruhigen Ort aus und drehen alle Störquellen ab.

Eine phänomenale Wirkung

Das wirkt wie ein Zaubertrank. Vielleicht noch nicht beim ersten oder zweiten Mal. Doch je öfter Sie sich bewusst eine Auszeit gönnen, desto entspannter werden Sie. Schon nach einer Woche werden Sie garantiert merken, wie sich Ruhe und Gelassenheit immer stärker in Ihrem Inneren ausbreiten und sich allmählich das Gefühl einstellt, das Leben wieder bewusster zu leben und nicht mehr nur eine Marionette Ihrer Gedanken zu sein.

Mehr noch: Wer regelmäßig nichts tut, verschafft seinem Gehirn Entspannung. Denn auch das Gehirn auf diese Ruhephasen angewiesen. Nur durch das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung kann es regenerieren und neue Ideen bzw. Lösungen hervorbringen. Geistesblitze kommen selten beim scharfen Nachdenken. Sie passieren uns – unter der Dusche, vor dem Einschlafen, beim Joggen. Gönnen Sie sich daher Distanz. Diese braucht es, um die Dinge entspannter und von Neuem zu betrachten.

Bis Weihnachten ist schließlich noch viel Zeit.