Einen solchen Moment hat jede Lehrerin und jeder Lehrer sicher schon erlebt: Man steckt mitten im Unterricht, erarbeitet ein Thema. Plötzlich stellt ein Schüler eine Frage, auf die man – oh Schreck! – keine Antwort weiß.

Schon im Referendariat habe ich mich vor diesem Moment gefürchtet. Denn natürlich wollte ich mir gerade als angehender Lehrer auf keinen Fall die Blöße geben, vor meinen Schülern eine Wissenslücke zu offenbaren. Schon gar nicht, wenn noch weitere Besucher hinten im Klassenzimmer anwesend waren. Meist habe ich dann trotzdem versucht, die Frage so gut wie möglich zu beantworten, und war erleichtert, wenn  sich der Fragensteller mit meinen Ausführungen zufrieden zeigte.

Auch heute ertappe ich mich noch hin und wieder dabei, wie ich auf Schülerfragen, deren Antwort ich nicht kenne, trotzdem reagiere und sie zu beantworten versuche. Und jedes Mal spüre ich im Nachhinein, dass diese Reaktion falsch war.

Sicherlich eilt Lehrkräften der Ruf voraus, dass sie vieles wissen und immer alles auch besser wissen wollen. Dies ist allerdings nicht mehr als ein Vorurteil – ein Vorurteil, dem viele Lehrerinnen und Lehrer trotzdem gerecht werden wollen.

Haben Sie Mut zur Lücke!

Ich bin der Meinung, dass keine Lehrkraft perfekt ist oder perfekt sein muss. Lehrer dürfen auch Lücken in ihrem Wissen haben und sollten diese Lücken auch offen zugeben dürfen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, vor einer Klasse zuzugeben, dass man etwas nicht weiß – selbst dann nicht, wenn man es eigentlich wissen sollte.

Es ist in meinen Augen eine Stärke, Schwächen zu zeigen. Viel schlimmer ist es, wenn man den Schülerinnen und Schülern eine falsche Antwort oder eine Antwort, die nur zum Teil stimmt, gibt. Die Schüler haben in der Regel feine Antennen und ein gutes Gespür dafür, ob Lehrer sicher oder unsicher sind.

Sie sollten also erst gar nicht versuchen, Situationen, in denen Sie unperfekt wirken könnten, zu vermeiden. Stattdessen sollten Sie sie annehmen und persönlich an ihnen reifen.

Der Satz: „Das weiß ich nicht, kann es aber in der nächsten Stunde gerne nachreichen!“ wäre z.B. ein Anfang.

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Coaching für Lehrerinnen und Lehrer
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