08153 95 30 444 info@roland-diedenhofen.de
i

Mit dieser Regel gelingt Elternarbeit an Schulen

Wir schreiben das Jahr 2018 und immer noch gilt an den meisten Schulen der Republik das Prinzip, dass Eltern und Lehrer erst dann Kontakt zueinander suchen, wenn es Probleme gibt.

Dass dies immer noch so ist, liegt einerseits an den Eltern. Sie sind es aus ihrer eigenen Schulzeit so gewöhnt, dass man als Mama oder Papa erst dann in die Sprechstunde der Lehrkräfte geht, wenn die Noten sinken oder etwas vorgefallen ist. Eine Ausnahme bilden jene Eltern der guten Schülerinnen und Schüler. Sie besuchen den Elternsprechtag quasi jedes Mal, denn sie wollen unbedingt hören, wie gut ihr Kind in der Schule ist. Dabei wissen sie es selbst bereits am besten.

Erziehungspartnerschaft? Fehlanzeige!

Statt ihrer würden sich viele Lehrerinnen und Lehrer über einen Besuch der Eltern der schwachen Schülerinnen und Schüler freuen. Doch selten kommen die wenigsten von ihnen unaufgefordert. Erst wenn die Lehrkraft sie explizit in die Schule einlädt, machen sich diese Eltern auf den Weg.

Und kommen – ganz genau – nur, weil es ein Problem gibt. Das ist zugleich auch das Hauptproblem der Beziehung zwischen Lehrkräften und Eltern. Sie ist grundsätzlich problemorientiert. Und dass das so ist, dafür sind auch die Schulen verantwortlich. Denn noch immer tun sich Lehrkräfte schwer, Eltern als Partner anzusehen.

Obwohl schon viel über Erziehungspartnerschaft und Kooperation in der gegenwärtigen Schullandschaft diskutiert wird, bleiben sich Lehrkräfte und Eltern weiterhin fremd. Zwar feiern Schulen mit Kindern und Eltern die Einschulung mittlerweile wie einen zusätzlichen Feiertag, nach vier bis sechs Wochen Schulalltag ist von dieser Charmeoffensive allerdings nicht mehr viel zu spüren.

Daran können auch die Weihnachtsaufführung, das Schulfest oder der Tag der offenen Tür nicht mehr viel ändern. Denn sobald die Lehrer mit den Kindern im Klassenzimmer verschwinden, haben die Eltern gefälligst draußen zu bleiben und sich ja nicht mehr einzumischen.

Dieses Verhalten der Lehrer ist einerseits verständlich, schließlich betrete ich auch nicht frühmorgens die Backstube und erkläre dem Bäcker, wie er seinen Job zu machen hat. Andererseits wollen die meisten Eltern den Lehrkräften überhaupt nicht ihren Job erklären. Sie wollen sie lediglich unterstützen.

Mit dieser Regel gelingt Elternarbeit an Schulen

Elternarbeit gelingt, wenn sich alle Partner auf Augenhöhe begegnen. Doch dies ist selten der Fall. Viele Lehrer-Eltern-Partnerschaften verlaufen asymmetrisch und sind daher auch selten erfolgreich. Denn statt gemeinsam am gleichen Strang zu ziehen, lässt eine Seite die andere gar nicht in die Nähe des Strangs. Manche Lehrer und Eltern sitzen nicht einmal im gleichen Boot.

Wird die See dann plötzlich stürmisch, darf, ja muss der Partner mithelfen. Er wird ins Boot gebeten und soll beherzt miteingreifen, obwohl er bis eben keine blasse Ahnung davon hatte, wie ernst die Situation ist.

Solche eine Situation gilt es zu vermeiden – erst recht in einer Erziehungspartnerschaft. Das kann man schaffen, wenn man folgende kurze und sinnvolle Spielregel einhält:

Keine Überraschungen!

Elternarbeit gelingt, wenn es keine Überraschungen gibt – weder vonseiten der Schule noch vonseiten der Eltern. Lehrerinnen und Lehrer müssen informiert werden, wenn etwas in der Familie vorgefallen ist. Eltern müssen darüber in Kenntnis gesetzt werden, wenn es Probleme in der Klasse gibt und diese Probleme auch ihr Kind betreffen.

Gegenseitige Information ist das A und O gelingender Elternarbeit. Und das gilt nicht nur bei schlechten Noten, sondern bei Veränderungen jeglicher Art. Sobald die Eltern von einer Veränderung betroffen sind, müssen sie darüber informiert werden. Man kann als Schule kein neues Hausaufgabenkonzept erlassen, ohne jene miteinzubeziehen, welche die Hausaufgaben hauptsächlich mit den Kindern machen.

Ebenso wenig kann man als Schule während eines Schuljahres die Preise für das Mittagsessen erhöhen, ohne die Eltern davon zu unterrichten. Das Neue muss stets mit den Menschen, die es betrifft, vorbereitet werden – eine gängige Vorgehensweise im Change Management. Denn nur so kann man Widerstand vermeiden. Arbeiten Lehrer und Eltern dagegen Hand in Hand, wächst das Vertrauen zueinander. Viele Probleme können so gemeinsam aus der Welt geschafft werden.

„Willst du schnell gehen, gehe allein. Willst du weit gehen, dann gehe mit vielen.“

Afrikanisches Sprichwort

Inspiration zum Anklicken

Elternbriefe gestalten

Schon kleine Veränderungen haben mitunter eine große Wirkung

Hausaufgaben abschaffen oder nicht?

Ansichten eines Lehrers und Vaters

Einer Schule Herz

In nahezu jedem Sekretariat schlägt das Herz einer Schule