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Kreativität ist Teamwork

Erinnern Sie sich noch an den Werbespot der Sparkasse Anfang der 90er Jahre, in dem sich Schober und Schröder, zwei ehemaligen Schulfreunde, unverhofft in einem Restaurant wiedersehen und ihre Besitztümer „Mein Haus. Mein Auto. Mein Boot.“ miteinander vergleichen?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir heute in Bezug auf die Ideen, die wir so haben, ganz ähnlich denken. Kaum jemand verrät gerne seine genialen Einfälle, es sei denn, er kann sich gegenüber jemand anderem damit profilieren oder die Führungsetage damit beeindrucken.

Daher hält man seine Ideen lieber so lange wie möglich unter Verschluss. Wissen ist nun mal Macht und Herrschaftswissen manchmal noch mächtiger. Lieber auf eine Gelegenheit warten, als die Gelegenheit selbst zu schaffen.

Auf diese Weise werden in vielen Unternehmen tolle Ideen und kreative Einfälle nicht kommuniziert. Man betrachtet sie stattdessen als eine Art Privatbesitz. Außer es gibt ein betriebliches Vorschlagswesen. Dann kann man seine Ideen dort einreichen und abwarten. Doch das tun die wenigsten noch. Weil sie längst wissen, dass das nichts bringt. Weil sie erlebt haben, wie man bisher mit ihren Ideen umgegangen ist. Weil man sie entweder ignoriert, sie kopfschüttelnd abgelehnt oder – im schlimmsten Fall – frech als Ideen des Managements verkauft und dann umgesetzt hat.

Innovationsmanagement und Top-Down-Prinzip

Organisationen, die mit den Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so verfahren, brauchen sich nicht zu wundern, dass diese ihre Kreativität woanders ausleben und ihre Ideen meist für sich behalten. Sie drängen sie gerade zu diesem Schritt und rauben ihnen mit der Bewertung nach dem Top-Down-Prinzip jegliche Motivation und Courage.

Denn wer eine Idee in den Raum wirft, zeigt sich stets verwundbar. „Das haben wir noch nie so gemacht!“ „Das funktioniert nicht.“ „Wo kämen wir denn da hin?“ Das Neue zu kritisieren, ist immer einfacher, als das Neue zu erschaffen. Doch anstatt Ideen anzunehmen und zu respektieren, müssen sich die Ideengeber für ihre Einfälle rechtfertigen.

Dass es auch anders geht, zeigen mittlerweile etliche Start-ups und innovative Organisationen. Sie gehen mit den Ideen und Einfällen ihrer Kolleginnen und Kollegen viel offener und umsichtiger um. Sie bewerten sie nicht gleich, sondern erkennen ihren potenziellen Wert für die gesamte Organisation an.

Dieser wertschätzende Umgang zahlt sich langfristig aus. Viele kreative Köpfe sehen ihre Ideen nicht mehr als Privatbesitz an, sondern teilen sie mit allen anderen in der Hoffnung, dass man sie gemeinsam zum Fliegen bringen kann. Auf diese Art und Weise entsteht nicht nur eine Vielzahl an internen kreativen Kooperationen, sondern auch Vertrauen – eine wichtige Voraussetzung für Innovationen im digitalen Zeitalter.

Etliche Unternehmen und Schulen haben diese Zeichen der Zeit bereits erkannt. Sie haben Räume und Plattformen geschaffen – Orte, an denen Menschen ihre Ideen gerne hinterlassen, damit ein anderer sie weiterentwickeln kann. Kreativität ist nun mal Teamwork.

So wird aus meiner Idee mit deiner Ergänzung und seiner oder ihrer Weiterentwicklung unsere gemeinsame Innovation.

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