Kaum ein Unternehmen kommt heutzutage noch am Thema Kreativität vorbei. Denn wer auf Dauer mit seinen Produkten und Dienstleistungen wettbewerbsfähig sein will, muss auch innovativ sein. Und das setzt wiederum kreatives Denken voraus.

Kein Wunder also, dass viele Unternehmen gezielt nach kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen, die querdenken und dabei über den eigenen Tellerrand hinausblicken können. In vielen Stellenausschreibungen wird daher ausdrücklich gewünscht, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber über kreative Lösungskompetenzen verfügt.

Schein und Sein

Soweit die Theorie. In der Praxis lernen dann auch diese neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals schnell die harte Realität kennen. Kluge Vorschläge und geniale Einfälle sind nämlich meist nur punktuell erwünscht. Bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hingegen ungefragt ihre Ideen ein, greifen die jahrelang gültigen Mechanismen des betrieblichen Vorschlagswesens. Sie werden erst mal abgeblockt.

Natürlich sollte man nicht jede Idee eines Mitarbeiters umsetzen, ohne sie zuvor hinsichtlich ihrer Machbarkeit und Sinnhaftigkeit geprüft zu haben. Doch soweit kommt es in vielen Fällen erst gar nicht. Was eigentliche eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist immer noch ein Relikt der alten Unternehmenskultur. Denn noch immer sind viele Führungskräfte und Abteilungsleiter der Meinung, dass sie für Ideen und Innovation vornehmlich zuständig sind. Gemäß dem Prinzip: Oben wird gedacht, unten wird gemacht.

Endstation (digitaler) Briefkasten

Aus diesem Grund werden die meisten Ideen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deswegen am liebsten erst einmal geparkt – meist in Briefkästen. Früher hingen diese Kisten sogar noch sichtbar in den Firmen und Unternehmen, heute kümmern sich sogenannte Ideenmanager um die genialen Einfälle und Verbesserungsvorschläge der Beleg- sowie Kundschaft, indem sie diese erst einmal digital horten.

Das bringt Zeit und nimmt den Vorschlägen den Wind aus den Segeln. Denn jeder geistreicher Gedanke und jeder pfiffige Einfall bedroht das Bewährte, stellt dieses in Frage. Und verändern möchte sich ja keiner so wirklich gerne.

Fatale Folgen

Die Konsequenzen für diesen aus der Zeit gefallenen Prozess haben die Verantwortlichen nur selten auf dem Schirm. Einerseits gehen viele gute Gedanken wirklich verloren, weil sie unberücksichtigt bleiben und somit nach kurzer Zeit riskieren, auch wieder aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden. Auf der anderen Seite schwindet dadurch zugleich auch die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sie lernen aus der Praxis und halten sich mit ihren genialen Einfällen und klugen Ideen bewusst zurück und verwenden ihre Energie lieber darauf, allmählich nach einem Unternehmen Ausschau zu halten, in dem sie wirklich kreative Vorschläge machen können.

Weiterführende Links

Kreativitätstraining für Unternehmen, Behörden und mittelständische Betriebe
Lehrerfortbildung zum Thema Kreativität 
Der Bahnhof als Ort der Inspiration 
Coaching für Führungskräfte