Neben dem ständigen Vorwurf, dass Lehrer vormittags recht und nachmittags frei hätten, wird auch immer wieder regelmäßig und gerne über das Outfit der Pädagogen hergezogen: Lehrer seien eine der schlecht gekleidesten Berufsgruppen. Aber stimmt dieses Vorurteil auch?

Wohl eher nicht. Was nicht bedeutet, dass es keine schlecht gekleideten Lehrerinnen und Lehrer gibt. Denn die gibt es sehr wohl – wahrscheinlich sogar an jeder Schule. Jene Kolleginnen und Kollegen, die die haarsträubendsten Farben miteinander kombinieren, die während Wochen immer das gleiche ausgewaschene T-Shirt tragen, die jeden Winter mit denselben zwei Schlabberpullis bestreiten und von April bis Oktober in weißen Socken und Sandalen herumschlurfen.

Auch Kleidung betreibt Kommunikation

Nun lässt sich ja über Geschmack bekanntermaßen streiten. Und Gott sei Dank sind Geschmäcker auch verschieden. Doch eins sollten Lehrerinnen und Lehrer nicht vergessen: Sie können nun mal genauso nicht nicht kommunizieren (Watzlawick) wie ihre Schülerinnen und Schüler. Das gilt für ihre Mimik, wie für ihre Gestik – und genauso auch für ihre Kleidung.

Denn was Sie als Lehrkraft tragen, sagt etwas über Sie aus – ob Sie es wollen oder nicht. Die Schüler – und übrigens auch sämtliche Kolleginnen und Kollegen – können gar nicht anders, als dieses Signal bzw. diese Signale zu empfangen und zu entschlüsseln. Auch wenn jeder das freilich auf seine Weise tut, sind die Gemeinsamkeiten meist deckungsgleich.

Aus diesem Grund ist es nicht weiter verwunderlich, dass manche Lehrer, die sich nachlässig oder gar schäbig kleiden, oftmals ein Imageproblem haben, welches ihre pädagogische Arbeit beeinträchtigt. Die Schüler schließen nämlich sehr oft vom äußeren Erscheinungsbild einer Lehrkraft auch auf die Achtung und die Wertschätzung, die sie ihnen – und auch dem Beruf – entgegenbringt.

Was wollen Sie ausstrahlen?

Wer also Respekt von seinen Schülern verlangt, sollte ihnen auch mit demselben begegnen. Zumal wir alle als Lehrkräfte eine gewisse physische Ausstrahlung benötigen, um unsere Schülerschaft zu begeistern und mitzureißen. Nicht zuletzt verleiht man mit einer gepflegten äußeren Erscheinung auch sich selbst eine gewisse professionelle Aura, welche – nicht zu vergessen – auch den anderen Kolleginnen und Kollegen sowie der gesamten Schule zugute kommt.

Im Eifer des Schulalltags mag man diese essentiellen Punkte ab und zu mal vergessen. Nichtdestotrotz sollte sich jeder Lehrer von Zeit zu Zeit die Frage stellen, wie er eigentlich in der Schule äußerlich auftreten will. Es spricht nichts dagegen, seine beste Kollegin oder seinen besten Kollegen mal zu fragen, wie man eigentlich wirkt, um die Antwort(en) dann mit den eigenen Ansprüchen abzugleichen.

Passt das gelb-blau-gestreifte Hemd noch zu Ihrem Stil? Müssen Sie wirklich in High Heels unterrichten? Welches Bild geben Sie Ihren Schülern mit einer Leggins oder Jogginghose (Sportlehrkräfte mal ausgenommen) ab?

Sicher: Sie sollen als Lehrer nicht nur seriös wirken, sondern sich auch in Ihrer Haut wohl fühlen. Beides zu erreichen, sollte Ihr Ziel sein. Dennoch sollten Sie niemals im Freizeitlook in die Schule kommen oder sich ähnlich wie Ihre Schüler kleiden. Zeigen Sie zu jedem Zeitpunkt Ihres Lehrerdaseins, dass Sie die Lehrkraft und damit eindeutig der Erwachsene sind – ohne auszusehen wie Ihre Schulleiterin oder Ihr Schulleiter.

Weiterführende Links

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