• Impulse für Schule & Unterricht

Mär08

Schüler schreiben ihren Eltern

Dieser Elternbrief wirkt - garantiert!

Bürokratie kostet Zeit und Kraft. Jeder, der schon mal einen Behördengang absolvieren musste, weiß, wovon ich spreche. Und da auch Schulen Behörden sind, kostet auch hier nahezu jede Verwaltungsmaßnahme wertvolle Zeit und Energie – Ressourcen, von denen man als Lehrer nie genug haben kann.

Aus diesem Grund weichen viele Lehrkräfte bürokratischen Angelegenheiten aus, wo sie nur können – und das häufig auch sehr erfolgreich. Manche Lehrerinnen und Lehrer haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, Angelegenheiten, in denen sie nicht nur pädagogisch, sondern auch schulrechtlich tätig werden müssten, gekonnt zu umschiffen. Statt ein Fehlverhalten mit einer Strafe oder Nachsitzen zu ahnden, wird häufig nur ermahnt, um nicht unnötigen bürokratischen Aufwand leisten zu müssen.

Eine ungute Situation 

Solche Lehrkräfte schneiden sich auf Dauer ins eigene Fleisch. Weil sie die schulbürokratische Arbeit scheuen, lassen sie den Schülerinnen und Schülern mehr durchgehen, als sie eigentlich durchgehen lassen wollen.

Sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte sind die Folgen verheerend. Die Schülerinnen und Schüler bekommen keine klaren Grenzen mehr aufgezeigt, die Konsequenzen mit sich ziehen, wenn sie sie übertreten. Und die Lehrkräfte bekommen ein noch gewaltigeres Problem. Denn wer nicht konsequent ist, wo eine Reaktion wahrlich angebracht wäre (und auch die Schüler wissen nur zu gut, wann dies der Fall ist), wird wohl kaum noch als glaubwürdige Respektsperson angesehen werden.

Wer seine Authentizität wahren will, kommt anscheinend nicht daran vorbei, ein Fehlverhalten von Schülerinnen und Schüler konsequent zu ahnden und dieses dementsprechend auch mittels eines Briefes an die Eltern oder eines Eintrages in die Schülerakte zu dokumentieren.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Und doch scheint es auch noch einen dritten Weg zu geben. Den Kombinationsweg. Denn wo steht geschrieben, dass die Lehrer die Eltern benachrichtigen müssen? Warum lassen Sie diesen Brief nicht von den Schülern selbst schreiben? Das leitet garantiert einen Läuterungsprozess ein, denn wer gibt schon gerne seinen Eltern gegenüber offen zu, was er in der Schule angestellt hat?

Diese Vorgehensweise wird garantiert Ihre Lehrer-Ressourcen schonen. Denn alles, was Sie noch tun müssen, ist das Schreiben zu überprüfen, zu unterschreiben und um eine Gegenzeichnung der Eltern zu bitten.

Sie werden sehen: Ein solcher Brief wird wahre Wunder bewirken: Einerseits bei den Schülern, die ihr Verhalten beim Schreiben reflektieren müssen, andererseits auch bei den Eltern, die häufig nicht glauben wollen, was ihre Engel alles im Unterricht anstellen.

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