• Impulse für Schule & Unterricht

Feb15

Genug für heute!

Wann haben Lehrer eigentlich Feierabend?

Als Lehrer könnte man immer etwas tun. Sogar in den Ferien. Unterricht vorbereiten, sich neue spannende Projektideen ausdenken, Klassenarbeiten korrigieren, Elternbriefe schreiben, Emails beantworten. Doch all das kostet seine Zeit und oftmals sind es mehrere Stunden, die für diese „Nebentätigkeiten“ drauf gehen.

Wissen Sie eigentlich, wie viel Zeit die Schule in Ihrem Leben genau einnimmt? Nein? Na, dann wird es höchste Zeit, dass Sie es mal herausfinden.

Führen Sie Buch!

Am besten gelingt dies, indem man z. B. eine Woche lang ein Zeittagebuch führt und sich notiert, wie viele Stunden man von Montag bis Sonntag in der und für die Schule gearbeitet hat. Und da man schon mal dabei ist, lohnt es sich auch, zugleich mal aufzuschreiben, wie viel freie Zeit man sich daneben eigentlich noch gönnt.

Ich bin mir sicher, Sie werden staunen. Vor allem, wenn Sie wirklich nur die echte Freizeit zählen lassen – also die Zeit, in der Sie nur etwas für sich tun, die Zeit, in der Sie nicht an die Schule denken oder über die Schule sprechen.

Wir berauben uns selbst!

Was für die freie Wirtschaft gilt, gilt auch im Umkreis der Schule und gerade für uns Lehrer, die ihre Arbeit stets mit ins Privatleben mit nach Hause schleppen müssen und Gefahr laufen, dass wir nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden können.

Denn in unserer schnelllebigen Zeit propagieren alle, dass nur der Glück empfindet, der Beruf und Freizeit zu einer Einheit verschmelzen lässt. Das Resultat erkennen wir oftmals am eigenen Leib: Selbst im Urlaub sind wir permanent erreichbar, tragen das Smartphone an unserem Körper, in unseren Wanderrucksäcken, in unseren Skianzügen und in unseren Strandtaschen. Wir checken mehrmals am Tag Emails, schauen bei Facebook oder Twitter vorbei und verreisen sogar mit Klassenarbeiten und Laptop in die Toskana.

Nur wenige Lehrer schaffen es tatsächlich, die Schule in ihrer Freizeit wirklich Schule sein zu lassen und ihre Gedanken und Gespräche zu 100% davon frei zu halten. Viele von uns haben verlernt, bewusst abzuschalten. Manche schaffen es nicht einmal am Ende eines anstrengenden Tages. Gemäß dem Motto: Lehrer kennen nun mal keinen Feierabend.

Feierabend für Lehrer?

Ein Irrtum. Auch Lehrer haben irgendwann einmal Feierabend. Sie müssen ihn nur für sich selbst definieren. Und zwar jeder für sich – je nach Stundenplan und familiärer Situation. Manche Referendare machen z. B. nie vor Mitternacht Feierabend, andere Kollegen dagegen gerne schon um 16 Uhr.

Legen Sie für sich also fest: Um soviel Uhr ist Feierabend. Und dann reicht’s. Wann ist also Schluss? Setzen Sie eine Uhrzeit fest und halten Sie sie ein. Besser noch: Zelebrieren Sie den Feierabend im wahrsten Sinne des Wortes: Feiern Sie den Abend. Belohnen Sie sich. Egal mit was. Nur Vorsicht vor dem allabendlichen Glas Wein oder der regelmäßigen Flasche Bier. Diese Belohnungen schmecken zwar vielleicht, können in der Summe aber neue Probleme verursachen. Auch Sport oder ein gutes Buch kann durchaus eine Belohnung sein.

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