• Impulse für Schule & Unterricht

Jan13

Das Scheuklappen-Syndrom

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Dass Lehrer häufiger an Burnout erkranken als jede andere Berufsgruppe, dürfte sich mittlerweile in unserer „Branche“ herumgesprochen haben. Auch wie man ihm vorbeugen kann, ist vielen Pädagogen durchaus bekannt. Aber etwas zu wissen, bedeutet noch lange nicht, dass man es auch kann.

Denn viele Lehrer sind nach wie vor überzeugte Einzelkämpfer: Sie lieben es, im Unterricht ihr Ding zu machen und die Klassenzimmertür hinter sich zu schließen, um ja niemandem einen Einblick in ihren Unterricht zu gewähren. Ein Fehler, der fatale Folgen haben kann.

Wer gut vernetzt ist, fühlt sich wohl

Vor allem dann, wenn es einem wirklich einmal hundsmiserabel geht. Wer Disziplinprobleme in der Klasse oder eine unerfreuliche Auseinandersetzungen mit Eltern hat, wird es als Einzelkämpfer schwer haben, gerade dann tatkräftige Unterstützung zu bekommen.

Denn nur zu fordern, wenn´s brennt, ohne gegeben zu haben, machen Menschen auf Dauer nicht mit. Wer hingegen gut vernetzt ist, brennt nicht aus. Er fühlt sich selbst in solchen angespannten Situationen wohl, da er auf seine Kollegen zählen kann.

Schluss mit dem Einzelkämpfertum!

Daher sollte jeder Lehrer im eigenen Interesse sein Einzelkämpferdasein ein für alle Mal beenden, nicht nur um sich in haarigen Situationen des Rückhalts im Kollegium oder bei der Schulleitung gewiss zu sein.

Wir Lehrer können nicht von den Schülern verlangen, dass sie durch Partner-, Gruppen- und Projektarbeit echte Teamplayer werden, wenn wir es selber nicht sind. Vielmehr sollten Lehrer den Schülern jeden Tag vorleben, wie man zusammenarbeitet inklusive Burnout-Prophylaxe!

Wer zusammenarbeitet, entwickelt nämlich Synergien und Umsetzungsstärke. Was bis gestern noch schwer und eine Hürde war, wird auf einmal einfach und ist leicht zu überwinden. Und auch, wenn sich das Problem mal als extrem hartnäckig erweist, kann man sich im Team gegenseitig bestärken und motivieren.

Die teamorientierte Schule

Deshalb sollten wir Lehrer unsere Scheu endlich ablegen. Des einen Schwäche kann jedoch eine Stärke des andren sein. In jedem Kollegium sind helle Köpfe, von denen man lernen sollte. Diese Möglichkeit auszulassen, wäre grob fahrlässig.

Gehen Sie daher vorweg und machen Sie an Ihrer Schule den Anfang. Suchen Sie sich einen Partner, mit dem Sie ab sofort ein Team bilden. Tauschen Sie Unterrichtsmaterial aus, hospitieren Sie ihn im Unterricht und laden Sie ihn auch zu Ihrem Unterricht ein. Geben Sie sich Feedback und teilen Sie dem anderen seine Stärken mit! Wetten, dass ihm manche Stärke so noch nicht einmal bewusst war?

Erweitern Sie nach und nach Ihr Team um einen oder mehrere Kollegen. Diese können natürlich auch in den gleichen Klassen wie Sie unterrichten. Arbeiten Sie regelmäßig mit diesen zusammen, führen Sie gemeinsame Projekte oder Fahrten durch. Oder unterrichten Sie sogar im Team.

Alles, was Sie tun müssen, ist Ihre Beziehungen untereinander zu pflegen. Das gleiche, was Sie instinktiv mit Ihren Liebsten zuhause oder Ihren Freunden tun. Schenken Sie Ihren Kollegen Zeit und Aufmerksamkeit und arbeiten Sie mit Ihnen zusammen. Sie werden sehen: Auch die Schüler werden davon profitieren. Die Zusammenarbeit von Lehrern ist eine der wirksamsten Methoden, um Ihren und den Unterricht Ihrer Kollegen zu verbessern.

Und das garantiert frei von Burnout.

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