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Frische Inspiration für Ihre Schule 

Auch an Schulen gilt: Gleich und gleich gesellt sich gern. Egal, ob im Klassen- oder im Lehrerzimmer. Menschen umgeben sich gerne mit Menschen, die so ticken wie sie selbst. Wen wundert es also, wenn Sportlehrer sich am liebsten mit andern Sportlehrern unterhalten, Kaffeetrinker am liebsten mit anderen Kaffeetrinkern Pause machen und viele Lehrer Lehrerinnen heiraten?

Wir lieben nun einmal das Vertraute – vor allem dann, wenn wir in eine ungewohnte Situation kommen. Als ich während meines Referendariats an eine neue Schule kam, suchte ich zunächst den Kontakt zu den anderen Referendaren. Nach und nach lernte ich dann weitere Kollegen kennen, die in etwa das gleiche Alter wie ich hatten oder die gleichen Fächer unterrichteten.

Wie ich damals, so umgeben wir Lehrer uns heute in unserem Kollegium auch am liebsten mit Menschen, die uns in gewisser Hinsicht eben vertraut erscheinen. Weil sie so sind wie wir selbst. Sie verleihen uns und dem, was wir tagtäglich tun, quasi Bestätigung. Daran ist nichts Schlimmes. Naja, nicht prinzipiell. Bedenkt man allerdings, dass die Menschen, mit denen wir uns in der Arbeit und privat umgeben, eine mögliche Inspirationsquelle für uns sind, sieht die Sache etwas anders aus. Denn wenn ich mich immer nur mit meinen engsten Kollegen austausche oder ich sie oder sie mich im Unterricht hospitieren, werde ich kaum neue Sichtweisen kennenlernen. Denn dazu ähneln wir uns zu sehr im Geiste. Sicher hat das auch seine Vorteile, schließlich kann man gut miteinander arbeiten und meist reibungslos kommunizieren. Hinzu kommt, dass man bei gemeinsamen Projekten stetig und zügig voranschreitet, weil man eben weiß, wie der andere so tickt. So wie man selbst.

Frischer Wind verleiht Flügel

Wir sollten an unseren Schulen beginnen, unsere Scheu vor Unbekanntem abzulegen. Denn das allein beflügelt schon unsere Fantasie und setzt Kreativität frei. Und einleuchtend ist es allemal: Wenn der Musiklehrer dem Mathematiker im Unterricht mal über die Schulter schaut, vergrößert er automatisch seinen Erfahrungsschatz und findet mehr Inspiration als im Musikunterricht seiner Kollegen. Der Blick über den eigenen Tellerrand lohnt sich – auch wenn es um das Thema Schulentwicklung geht.

Gerade wir Lehrer, die die meiste Zeit unseres Lebens im System der Schule bzw. Hochschule verbringen, sehen die Dinge oftmals voreingenommen bzw. eingeschränkt. Jede andere Sichtweise lohnt sich, denn alles Ungewohnte regt das Denken an. Wie steht der Deutschlehrer zur Didaktik des Mathematikunterrichts, welche Ideen fallen dem Sozialpädagogen zum Sportunterricht ein? Welche Gedanken hat der Hausmeister zur Schulentwicklung? Und wie sieht ein waschechter Franzose den Französischunterricht?

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir Lehrer Konzepte erstellen, kommen meist Konzepte von Lehrern heraus. Deshalb: Öffnet die Schulen und lasst das Ungewohnte herein. Es wird uns beflügeln.

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