Den letzten Blogartikel des Jahres möchte ich gerne ganz speziellen Menschen widmen. Menschen, denen man als Schulleitung, als Lehrkraft, als Schüler, als Eltern, aber auch als Lehrer-Coach bzw. Referent in der Lehrerfortbildung nicht oft genug danken kann. Ich spreche vom Sekretariat, von den Schul-Sekretärinnen und – sofern es sie irgendwo draußen in der Republik noch gibt – natürlich auch von den Schul-Sekretären.

Natürlich kann ich zunächst einmal nur von meinen eigenen Erfahrungen ausgehen.* Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass das, was ich bisher an den Schulen erlebt habe, für nahezu alle Schulen in irgendeiner Weise zutrifft.

Ein freundliches Lächeln, ein tröstendes Wort

An den meisten Schulen sind die Sekretärinnen und Sekretäre – davon bin ich fest überzeugt – sicherlich so etwas wie „die guten Seelen“ der Schule. Sie sind es nämlich, die den Betrieb eigentlich am Laufen halten und dafür sorgen, dass das Chaos nicht täglich ausbricht. Sie kümmern sich nicht nur um die Schüler, Lehrkräfte und Eltern, die an einem Schultag im Sekretariat ein- und ausgehen, sondern sorgen sich manchmal auch rührend um die Chefin oder den Chef selbst.

In gewisser Weise bekleiden sie deshalb auch selbst schon so etwas wie das Amt der „heimlichen Schulleiterinnen“. Denn in der Regel sind sie es, die morgens als erste in der Schule sind und schon in aller Herrgottsfrühe Anrufe oder Krankmeldungen entgegen nehmen. Stürzt ein Schüler auf dem Pausenhof, haben sie nicht nur tröstende Worte, sondern auch meist ein Pflaster und ein Lächeln für ihn parat.

Herrinnen der Verwaltung 

Doch damit nicht genug. Manche von ihnen sind wahre Regentinnen. Wie einst Königin Maria Theresia Österreich, verwalten auch sie ein gigantisches Reich. Vom Terminplan der Schulleitung und der gesamten Schule über stapelweise Schülerinnen- und Schülerakten bis hin zur täglichen digitalen und analogen Post – nichts entkommt und entgeht den Herrinnen der Verwaltung. Und dabei ist die bürokratische Datenflut, die mittlerweile tagein, tagaus auf die Sekretärinnen in den Grund-, Mittel- und Realschulen sowie in den Gymnasien des Landes hereinbricht, schier gigantisch.

Doch das scheinen die Damen (und Herren) ganz locker wegzustecken. Jedenfalls wirkt es so. Wann immer man ein Sekretariat betritt, hat man das Gefühl, dass das Schulleben mit seiner ganzen Hektik und seinem närrischen Treiben nur eine untergeordnete Rolle spielt. In den meisten Sekretariaten herrscht zu jeder Jahreszeit Entschleunigung. Im Fasching hängen Luftschlangen von den Deckenlampen herab, um Ostern stehen gleich neben einem Nest mit bunt bemalten Eiern frische Blumen auf dem Tisch.

Und auch in den Tagen vor Weihnachten sieht es in vielen Schulsekretariaten nicht nur nach Weihnachten aus, es duftet bis auf den Flur hinaus danach – nach Christstollen, gebackenen Plätzchen und frisch zubereitetem Mandeltee. Kein Wunder, dass manche Schulleiterinnen und Schulleiter jeden Morgen so gerne an ihren Arbeitsplatz kommen.

Das Sekretariat – ein wichtiger Faktor des Schullebens

Zweifelsfrei ist die Atmosphäre, die von einem Sekretariat hinaus in die Schulgemeinschaft strömt, einer der wichtigsten und zugleich oft unterschätzten Faktoren für das Wohlbefinden der gesamten Schule. Herrscht im Sekretariat Chaos, herrscht meist auch an anderen Stellen ein heilloses Durcheinander.

Viele Sekretärinnen erfüllen nämlich täglich eine der wichtigsten Aufgaben in der Schule. Sie halten den Schulleiterinnen und Schulleitern den Rücken frei. Deshalb kommt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Direktorat und Sekretariat in der Regel auch allen anderen Partnern der Schulgemeinschaft zugute.

Viele Schulleitungen sind sich dieses nicht unerheblichen Faktors und der damit verbundenen Verantwortung, die auf den Schultern im Vorzimmer lastet, wohl bewusst. Deshalb bedanken Sie sich auch regelmäßig bei ihren Assistentinnen oder Assistenten.

Nicht nur am Ende des Jahres.

*Da ich in den Sekretariaten bisher ausschließlich Damen angetroffen habe, mögen die Herren mir verzeihen, dass in diesem Blogartikel öfter von Sekretärinnen als von Sekretären die Rede ist.

Links zum Beitrag

Coaching für Schulleiterinnen und Schulleiter
Schulentwicklung – Professionelle Beratung für Schulen 
Traumberuf Schulleitung?
Schulleitung 4.0 – Wie leitet man eine Schule im 21. Jahrhundert?