Heute ist Weltlehrertag.

Äh… Welt-was?

Weltlehrertag. So etwas gibt es? Ja, und zwar schon 20 Jahre lang. Seit 1994 ist nämlich jährlich am 5. Oktober Weltlehrertag. Und wie jedes Jahr, so stellt die Bildungsinternationale, die globale Dachorganisation aller Bildungsgewerkschaften, ihn auch in diesem Jahr unter ein spezielles Motto: „Lehrkräfte wertschätzen, ihren Status verbessern.“

Ein ehrbares Ziel. Nur leider völlig aussichtslos, es zu erreichen – wenn man einzig und allein auf die Politik setzt. Denn gerade die ignoriert, wie es in den Schulen wirklich zugeht. Statt die Lehrer bei den Aufgaben, die ihnen von der Gesellschaft zusehends aufgebürdet werden, aktiv zu unterstützen, verkennen die Damen und Herren aus den Amtsstuben der Bildungs- oder Kultusministerien schon seit geraumer Zeit, wie sehr die Schulen und vor allem die Lehrkräfte unter maroden Gebäuden, Ganztagesbetreuung, Inklusion, Integration, Sprachförderung usw. ächzen.

Deshalb macht es wenig Sinn, am Weltlehrertag auf aktive Wertschätzung vonseiten der Politik zu hoffen. Und selbst wenn aus diesem Kreis die eine oder andere Lobeshymne auf die Kaste der Lehrer angestimmt werden würde – wem würde diese unpersönlich formulierte und sachlich-kühl gehaltene Anerkennung nützen? Keiner einzigen Lehrkraft!

Wahre Wort der Anerkennung

Wie einfach wäre es dagegen, wenn sich einmal jene bei den Lehrerinnen und Lehrern bedanken würden, welche auch wirklich einen triftigen Grund hätten, genau das zu tun? Ihr ahnt es, liebe Eltern und Schüler. Ich spreche von euch. Schließlich, liebe Eltern, sind doch die Lehrer wahrlich die Menschen, die nach euch den vielleicht größten Einfluss auf die Entwicklung eurer Kinder haben. Wahrscheinlich gibt es sogar Lehrer, die manchmal mehr Zeit am Tag mit euren Kindern verbringen als ihr. Wäre da ein Wort der Wertschätzung nicht einmal angebracht?

Und auch ihr, liebe Schüler, solltet euch hin und wieder mal bei euren Lehrerinnen und Lehrern bedanken. Schließlich tun sie alles dafür, dass eure Zukunft perspektivenreich bleibt. Gebt ihnen also ein Stück dessen zurück, was ihr bekommen habt. Dankt ihnen für das eine oder das andere.

Deshalb liebe Eltern, liebe Schüler: Nehmt euch mal die Zeit und dankt den Lehrern! Ein paar Worte des Dankes bzw. der Anerkennung reichen, solange ihr es ehrlich meint. Ihr werdet sehen, wie gut das euren Lehrern tun wird, zu erfahren, dass das, was sie täglich tun, von euch wertgeschätzt wird. Mehr noch, es wird sie zusätzlich motivieren.

In der Tat gibt es nichts Schöneres, als einem Menschen aufrichtig für seine Leistung zu danken. Schließlich will jeder Mensch in seinem Sein und seinem Tun wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Das gilt für Eltern wie für Schüler und erst recht auch für Lehrer. Darum dankt ihnen. Nicht nur heute am Weltlehrertag. Sondern ab sofort und stets dann, wenn ihr es für angebracht haltet.

Links zum Beitrag

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