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14 Korrektur-Tipps für

Lehrerinnen und Lehrer

So korrigieren Sie Klassenarbeiten und Klausuren gründlich und effizient!

Für manche ist es eine Qual, für andere nicht mehr als eine lästige Pflicht, die nun mal zu Lehrerberuf dazugehört, für ein paar wenige die schönste Sache der Welt: das Korrigieren. Ganz egal, ob sich Klausuren, Klassenarbeiten, Hefte, Hausaufgaben-Überprüfungen, Stegreifaufgaben oder Kurzarbeiten auf Ihrem Schreibtisch stapeln – hier finden Sie 14 Impulse, mit denen Sie Ihren Korrekturstil auffrischen können…

1. Geben Sie der Zeit Raum!

Ist die Arbeit geschrieben, fängt sie für die Lehrerin oder den Lehrer erst an. Am besten legen Sie den Zeitraum, in dem Sie korrigieren wollen, schon vorher fest. Diese Zeitspanne kann sich mit bestehenden Korrekturfristen decken. Sollten Sie keine Vorgaben hinsichtlich der Korrekturzeit haben, genießen Sie diese Freiheit, bedenken Sie jedoch die Lage der Schülerinnen und Schüler, die sich über eine zeitnahe Herausgabe sicherlich freuen würden.

2. Seien Sie ambitioniert, aber vor allem realistisch! 

Natürlich können Sie hohe Anforderungen an sich selbst stellen. Aber seien Sie ehrlich zu sich selbst! In fünf Tagen kann man keine Deutschklausur eines Abschlussjahrgangs korrigieren. Schon gar nicht, wenn man 20 Schülerinnen oder Schüler hat und die alle durchschnittlich acht Seiten geschrieben haben und nebenbei der reguläre Schulbetrieb läuft.

3. Blicken Sie in Ihre Vergangenheit!

Blicken Sie zurück und finden Sie mit Ihren Erfahrungen aus der Vergangenheit heraus, wie lange Sie für eine Korrektur dieser Art bisher gebraucht haben. Vorsicht vor dem Verklären der Historie! In der Rückschau sieht alles immer einfacher aus, als es tatsächlich war.

4. Planen Sie! 

Legen Sie sich einen Korrekturplan an. Das schriftliche Fixieren hat nämlich einen großen Vorteil. Es beruhigt ungemein. Allein durch das Niederschreiben Ihres Vorhabens verstummt Ihr innerer Kritiker.

5. Legen Sie Termine und Etappenziele fest!

Legen Sie ganz genau fest, an welchem Tag Sie die korrigierte Arbeit an die Schülerinnen und Schüler wieder zurückgeben wollen. Das ist der Schlusstermin und damit auch Ihr großes Ziel. Um dies auch erreichen zu können, sollten Sie Etappenziele mit sich selbst vereinbaren. Wenn Sie sich z.B. für die Korrektur einer Klassenarbeit zwei Wochen Zeit eingeräumt haben, legen Sie Teilziele fest. Wie viele Arbeiten wollen Sie nach drei, fünf, sieben oder zehn Tagen korrigiert haben? Durch das Festlegen solcher Meilensteine, können Sie nämlich immer überprüfen, ob Ihr Plan noch zu realisieren ist. Sollten Sie ein Etappenziel nicht erreichen, passen Sie immer die übrigen Etappenziele den neuen Verhältnissen an. Verschieben Sie unter keinen Umständen den Schlusstermin!

6. Rechnen Sie mit dem Unberechenbaren!

Pläne zu schmieden, erscheint auf den ersten Blick simpel, ist aber schwieriger, als man denkt, da man nicht vorhersagen kann, was alles passieren wird. Deshalb rechnen Sie mit dem Unberechenbaren und richten Sie sich genügend Freiraum in Ihrem Korrekturplan ein. Schließlich kann herrliches Wetter Sie in die Natur locken, eine Freundin unangekündigt vor der Tür stehen oder sich jemand in der Familie den Magen verderben.

7. Erhöhen Sie den Druck!

Teilen Sie Ihrer Klasse schon am Tag, an dem sie die Arbeit schreibt, mit, wann sie sie zurückbekommt. Diese öffentliche Mitteilung erhöht den Druck. Die Folge: Ihre Motivation steigt, zu Ihrem Wort auch tatsächlich zu stehen. Sie werden glaubwürdiger und ein Vorbild für Ihre Schülerinnen und Schüler. Zudem sind Sie dann auch das „Ende aller Ausreden“ für alle Schüler, die Abgabefristen jedes Mal verstreichen lassen und sich nie an Termine halten.

8. Setzen Sie Ihren Plan um!

Zu seinem Wort zu stehen, ist von unschätzbarem Wert. Sehen Sie deshalb zu, dass Sie Ihren Plan umsetzen. Die Umsetzung muss klappen und nicht der ursprüngliche Plan. Doch Vorsicht: Wenn Sie sich heimlich einen Plan B im Kopf zimmern, werden Sie auch früher oder später bei diesem Plan B landen.

9. Ziehen Sie die Prioritätenkarte!

Das „Most-important-to-do“ in dem von Ihnen festgelegten Zeitraum ist das Korrigieren. Alles andere kann erst mal liegen bleiben. Setzen Sie die richtigen Prioritäten! Es macht einfach mehr Spaß, seinen Unterricht vorzubereiten oder einen Ausflug mit der Familie zu machen, wenn man weiß, dass man sein Korrektur-Soll an diesem Tag schon erfüllt hat.

10. Eliminieren Sie alle Ablenkungen!

Egal ob Handy, Internet, Ehepartner, Kinder oder Kolleginnen bzw. Kollegen. Stellen Sie sicher, dass Sie während der Zeit, in der Sie korrigieren, nicht gestört werden. Und wenn Sie gestört werden und es sich nicht um einen Notfall handelt, weisen Sie das Anliegen ab.

11. Seien Sie nicht perfektionistisch!

Perfektionismus hält uns auf und ist oftmals schuld an Aufschieberitis (Prokrastination). Deshalb seien Sie nicht zu perfektionistisch! Erkennen Sie, dass es einen Unterschied gibt zwischen unperfekt und fertig und nicht fertig und perfekt. Im Großen und Ganzen wird Ihr Urteil zutreffen, auch wenn Sie vielleicht ein paar Fehler übersehen haben. Bedenken Sie, dass viele Schülerinnen und Schüler (und auch ihre Eltern) sich Ihre Korrektur meist nicht einmal genau anschauen.

12. Planen Sie langfristig!

Ich bin mir sicher, dass Sie Ihre Klassenarbeiten, Klausuren oder Kurzarbeiten – ja sogar Ihre Stegreifarbeiten bzw. Hausaufgabenüberprüfungen – meist langfristig planen und die Termine frühzeitig festlegen. Denken Sie bei dieser Planung nicht nur an den Termin für die Klasse, sondern auch an den darauffolgenden Korrekturzeitraum für sich. Überschneidungen mit anderen Korrekturen sollten Sie – wenn möglich – unterlassen. Vermeiden Sie zudem ein spontanes Umstellen Ihrer langfristigen Planung. Es macht keinen Sinn, eine Klausur zu verlegen, nur weil zwei Schülerinnen oder Schüler sich im Austausch befinden. Das Erstellen einer neuen Klausur kostet sicherlich weniger Zeit und Energie. Geben Sie also Acht bei jeder spontanen Entscheidung, die Ihre langfristige Korrekturplanung durcheinanderwirbeln könnte.

13. Nutzen Sie die Kraft des ersten Tages!

Was Sie heute können besorgen, verschieben Sie bitte nicht auf morgen. Der beste Tag, um mit der Korrektur loszulegen, ist nun mal der Tag, an dem die Arbeit geschrieben wird. Die Verführung ist groß, sich noch einen oder zwei Tage Aufschub zu gönnen, letzten Endes schaden Sie sich aber mit diesem Aufschub eher selbst. Also: carpe diem!

14. Erstellen Sie sich einen Erwartungshorizont! 

Planen Sie nicht nur die Korrektur an sich, sondern auch, was Sie korrigieren wollen. Erstellen Sie sich dazu einen Erwartungshorizont und listen Sie alles auf, was Sie von Ihren Schülerinnen und Schülern erwarten. Das erleichtert das Korrigieren zusätzlich. In vielen Fällen bietet es sich an, den Schülerinnen oder Schülern diesen Erwartungshorizont bei der Rückgabe der Arbeiten mitauszulegen, damit sie Ihre Korrektur nachvollziehen können.

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